Gymnasium für die Bürgerstiftung

Gymnasium für die Bürgerstiftung

»Generation Egoismus«? Quatsch.

Gleichgültigkeit war gestern. Heute ist Engagement und Einsatz.


Schüler des »Nellenburg-Gymnasiums« haben der Bürgerstiftung Stockach 660 Euro gespendet - unaufgefordert, freiwillig, ohne jeden Einfluss von außen, wie Heinrich Wagner vom Vorstand bei der Scheckübergabe betonte. Das Geld wurde von der »Schülerfirma« erwirtschaftet. Einer AG, die über ein Jahr lief und an der zwölf Schüler ab Klasse zehn beteiligt waren. Reale Geschäftsbedingungen sollten simuliert werden, daher musste das Unternehmen ein Produkt auf den Markt bringen. Innerhalb der Chef-Etage wurde mit Unterstützung von Peter Sommerfeld von ETO-Magnetic die Idee geboren, ein Jahrbuch zu kreieren, erklären Christoph Stolz und Daniel Meyhöfer von der »Schülerfirma«. Druck und Bearbeitungskosten wurden durch Anzeigen finanziert, die die Schüler selbst akquirierten. Jede Klasse hatte eine Doppelseite Platz, um sich in dem Druckwerk vorzustellen, AGs, der Schulförderverein, Events, Ausflüge, Lehrer und Klassenfahrten wurden mitaufgenommen. Das »Nellenburg-Gymnasium« - gekonnt zwischen zwei Buchdeckel gepresst. Das Buch wurde zum Bestseller, fand reißenden Absatz bei Mitschülern, Lehrern, Verwandten und Gönnern. Kein einziges Exemplar ist übrig geblieben - und den Erlös aus dem Verkauf stifteten die Schüler nun für die Bürgerstiftung. Einfach, weil sie einen großen Teil der Bevölkerung erreichen wollten.
Und die Stiftung unterstützt laut Heinrich Wagner eben alle Generationen. Sie griff bereits der Stadtjugendpflege oder der Stockacher Tafel unter die Arme, gab ein Scherflein für die Friedhofsfahrten der Malteser oder die Stadtranderholung der AWO. Die Gabe der Stockacher Schüler ist als Zustiftung gedacht - damit steigt das Stiftungsvermögen auf nun 396.000 Euro an. Das Geld bleibt als unveräußerliche Größe im Besitz der Stiftung, wurde fest angelegt und aus den Zinsen und weiteren Spenden werden soziale Projekte unterstützt. Ende 2011 hofft Heinrich Wagner auf ein Vermögen von 500.000 Euro. An den Schülern, meinte er, könnten sich andere ein Beispiel nehmen.


Quelle: Stockacher Wochenblatt vom 09.02.2011 (Simone Weiss)